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05.11.2026 12:42
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Augenspülung im Betrieb: so handeln Sie richtig
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Bei der Arbeit mit Gefahrstoffen, Metallen oder Holz kann es schnell zu einer Augenverletzung kommen: ein Splitter, spritzende Säure oder ätzender Staub reichen bereits aus. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie eine Augenspülung im Notfall korrekt durchgeführt wird, welche Spüllösung für welchen Gefahrstoff geeignet ist und was das Gesetz von Arbeitgebenden verlangt.
Warum schnelles Handeln entscheidend ist
Die ersten Sekunden nach einem Augenunfall sind maßgeblich dafür, ob bleibende Schäden entstehen. In einer solchen Stresssituation zählt vor allem eines: ein klarer, eingeübter Ablauf. Wer weiß, wie eine Augenspülung funktioniert, kann im Ernstfall schnell und richtig reagieren – und das Risiko für dauerhafte Sehschäden deutlich senken.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Auge ausspülen
Wenn ein Gefahrstoff das Auge trifft, zählt jede Minute. Zögern Sie nicht und warten Sie nicht auf das Abklingen der ersten Schmerzen. Rufen Sie sofort eine weitere Person zur Hilfe.
Neigen Sie den Kopf der betroffenen Person während der Anwendung leicht nach hinten. Sie können den Kopf auch zur Seite der Verletzung neigen. So fließt die kontaminierte Flüssigkeit direkt nach außen ab. Damit schützen Sie das gesunde, unverletzte Auge.
- Ruhe bewahren: Beruhigen Sie die betroffene Person und rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.
- Flasche vorbereiten: Entnehmen Sie die Augenspülflasche und drehen Sie den Verschluss ab.
- Lider öffnen: Ziehen Sie die Augenlider mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig, aber bestimmt auseinander.
- Spülung starten: Setzen Sie die Flasche an und drücken Sie diese sanft zusammen.
- Ausdauer zeigen: Spülen Sie das Auge mindestens 15 Minuten lang ununterbrochen aus.
Neigen Sie den Kopf der betroffenen Person während der Anwendung leicht nach hinten. Sie können den Kopf auch zur Seite der Verletzung neigen. So fließt die kontaminierte Flüssigkeit direkt nach außen ab. Damit schützen Sie das gesunde, unverletzte Auge.
Der Lidschlussreflex: eine natürliche Hürde
Bei Schmerz oder Gefahr schließen die Augenlider reflexartig – ein Schutzmechanismus, den Betroffene unter Schmerzen kaum selbst überwinden können. Ersthelfende müssen deshalb aktiv eingreifen und die Lider mit den Fingern offenhalten. Nur so erreicht die Spüllösung die Hornhaut und kann den Gefahrstoff wirksam auswaschen.
Welche Spüllösung ist die richtige?
Nicht jede Augenspülung passt zu jedem Unfall. Die Wahl der falschen Lösung kann zusätzliche Schäden verursachen. Isotonische Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %): Der Salzgehalt entspricht dem des menschlichen Auges. Diese Lösung eignet sich gut für mechanische Verletzungen und spült Staub, Splitter oder Metallspäne schonend aus dem Auge.
Phosphatgepufferte Lösung: Bei Säuren oder Laugen verschiebt sich der pH-Wert im Auge sehr schnell. Eine phosphatgepufferte Lösung stellt den natürlichen pH-Wert von 7,4 rasch wieder her und stoppt den Verätzungsprozess.
Phosphatgepufferte Lösung: Bei Säuren oder Laugen verschiebt sich der pH-Wert im Auge sehr schnell. Eine phosphatgepufferte Lösung stellt den natürlichen pH-Wert von 7,4 rasch wieder her und stoppt den Verätzungsprozess.
Vorsicht bei Kalk, Zement und Gips
Ein häufiger Fehler auf Baustellen: Bei Unfällen mit Kalk, Zement oder Gips wird oft instinktiv eine phosphatgepufferte Lösung verwendet. Das ist riskant, denn Phosphat reagiert mit den enthaltenen Calciumverbindungen zu unlöslichem Calciumphosphat. Dieses lagert sich als Schleier auf der Hornhaut ab und kann das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen. Nutzen Sie bei Kalk-, Zement- oder Gipsunfällen daher ausschließlich eine reine Kochsalzlösung und halten Sie entsprechende NaCl-Flaschen in diesen Arbeitsbereichen griffbereit.
Gesetzliche Vorgaben: DIN EN 15154 und DGUV Regel 112-993
Wer mit Gefahrstoffen arbeitet, muss geeignete Spüleinrichtungen bereitstellen. In Deutschland regelt dies die europäische Norm DIN EN 15154, die zwischen fest installierten Augenduschen mit Trinkwasseranschluss und mobilen Augenspülflaschen unterscheidet. Fest installierte Systeme benötigen einen Mindestvolumenstrom, um das Auge über einen längeren Zeitraum mit fließendem Wasser zu versorgen.
Die DGUV Regel 112-993 schreibt zudem vor, dass der Laufweg vom Gefahrenort zur Spülstation maximal zehn Sekunden betragen darf. Mobile Augenspülflaschen sollten deshalb direkt am Arbeitsplatz oder im Erste-Hilfe-Kasten platziert sein.
Die DGUV Regel 112-993 schreibt zudem vor, dass der Laufweg vom Gefahrenort zur Spülstation maximal zehn Sekunden betragen darf. Mobile Augenspülflaschen sollten deshalb direkt am Arbeitsplatz oder im Erste-Hilfe-Kasten platziert sein.
Augenspülstationen richtig warten
Eine Augenspülstation hilft nur, wenn sie funktionsfähig ist. Diese Punkte
gehören in die regelmäßige Kontrolle:
Entsorgen Sie angebrochene Augenspülflaschen sofort nach der Benutzung. Auch ungeöffnete Flaschen mit beschädigtem Siegel müssen Sie umgehend austauschen. Es besteht sonst eine akute Verkeimungsgefahr für das ohnehin geschädigte Auge.
- Haltbarkeit prüfen: Kontrollieren Sie regelmäßig das Ablaufdatum auf jeder einzelnen Flasche im Betrieb.
- Sauberkeit sichern: Nutzen Sie staubgeschützte Wandboxen an schmutzigen oder staubigen Arbeitsplätzen.
- Zugang freihalten: Blockieren Sie niemals den Weg zu den Erste-Hilfe-Stationen mit Kartons oder Geräten.
- Beschilderung anbringen: Kennzeichnen Sie jede Spülstation gut sichtbar mit dem passenden Rettungszeichen.
- Mitarbeitende schulen: Unterweisen Sie Ihr Team regelmäßig in der korrekten Anwendung der Notfallflaschen.
Entsorgen Sie angebrochene Augenspülflaschen sofort nach der Benutzung. Auch ungeöffnete Flaschen mit beschädigtem Siegel müssen Sie umgehend austauschen. Es besteht sonst eine akute Verkeimungsgefahr für das ohnehin geschädigte Auge.
Fazit: Setzen Sie auf maximale Sicherheit für Ihre Mitarbeitenden
Ein Augenunfall kann jederzeit passieren – umso wichtiger ist eine gute Vorbereitung. Mit dem richtigen Wissen über Spüllösungen, klaren Abläufen und regelmäßig gewarteten Augenspülstationen lässt sich das Risiko für bleibende Schäden deutlich reduzieren.
Achten Sie bei der Ausstattung Ihres Betriebs auf die passenden Produkte für Ihre jeweiligen Arbeitsbereiche, damit im Ernstfall alles griffbereit ist.
Wir beraten Sie gern bei der Auswahl der passenden Produkte für Ihren individuellen Bedarf.
Achten Sie bei der Ausstattung Ihres Betriebs auf die passenden Produkte für Ihre jeweiligen Arbeitsbereiche, damit im Ernstfall alles griffbereit ist.
Wir beraten Sie gern bei der Auswahl der passenden Produkte für Ihren individuellen Bedarf.
Häufige Fragen zur Augenspülung-Anwendung
Wie lange muss man das Auge nach einer Verätzung spülen?
Bei einer Verätzung durch Säuren oder Laugen müssen Sie das Auge mindestens 15 bis 20 Minuten lang ununterbrochen spülen. Setzen Sie den Spülvorgang auch während des Transports zum Krankenhaus fort. Jede Unterbrechung der Spülung kann zu tiefen Verätzungen führen.
Darf man normales Leitungswasser zum Augenspülen verwenden?
Im absoluten Notfall ist sauberes Leitungswasser besser als gar keine Spülung. Allerdings ist Leitungswasser nicht steril und enthält oft Keime. Zudem ist es nicht isotonisch, was das verletzte Auge zusätzlich reizt und schmerzt.
Wie lange ist eine sterile Augenspülflasche haltbar?
Ungeöffnete und original versiegelte Augenspülflaschen sind meist drei bis dreieinhalb Jahre haltbar. Das genaue Ablaufdatum finden Sie direkt auf der Flasche aufgedruckt. Tauschen Sie die Flaschen nach Ablauf dieses Datums zwingend aus.
Muss im Betrieb zwingend eine Augenspülung vorhanden sein?
Ja, laut den Arbeitsstättenrichtlinien und den Vorschriften der DGUV müssen Sie geeignete Spüleinrichtungen bereitstellen. Dies gilt für alle Arbeitsplätze mit erhöhter Gefährdung durch Staub, Splitter oder chemische Stoffe.
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